BAfEP meets HTL

Mag. Berni Lutnik – wobei die Namensgleichheit mit einer an der HTL durchaus bekannten Persönlichkeit natürlich rein zufällig ist – kam gemeinsam mit ihren 24 Schülerinnen der 4. Klasse der Bildungsanstalt für Elementarpädagogik (BAfEP) zu Gast. Die jungen Damen, die sich in ihrer Ausbildung intensiv mit frühkindlicher Bildung, Spielpädagogik, Musik- und Bewegungserziehung sowie der Betreuung von Kindern im Kindergarten- und Hortbereich beschäftigen, betraten damit erstmals das für sie weitgehend unbekannte Terrain der technischen Werkstätten. Der Kontrast zu ihrem sonstigen Schulalltag hätte kaum größer sein können: Während an der BAfEP vor allem kreative, soziale und pädagogische Inhalte im Vordergrund stehen, dreht sich an der HTL Mössingerstraße alles um Elektronik, Elektrotechnik, Biomedizintechnik und Technische Informatik. Nach der herzlichen Begrüßung durch den Herrn Direktor übernahm Werkstättenleiter Alex Ronnacher die Führung. In einem kurzen, aber sehr anschaulichen Vortrag gab er den Besucherinnen einen Überblick über den Werkstättenunterricht an der HTL. Er erklärte die Sicherheitsvorschriften, die verschiedenen Arbeitsbereiche und welche Fertigkeiten die Schüler hier erwerben – von grundlegender Handwerkstechnik über Lötarbeiten bis hin zu präzisen Messungen und dem Umgang mit modernster Messtechnik.

Anschließend durften die Mädchen selbst aktiv werden. Für viele von ihnen war es eine völlig neue Erfahrung, mit Werkzeugen und Materialien zu arbeiten, die sonst eher in technischen Berufen zum Einsatz kommen. Besonders spannend war die Station, an der sie lernten, wie ein einfaches Telefon funktioniert. Unter Anleitung der HTL-Schüler wurde fleißig gelötet: Kabel wurden verbunden, Bauteile platziert und schließlich ein funktionstüchtiges kleines Schaltungsmodell in Betrieb genommen. Auch Mag. Lutnik selbst legte beherzt Hand an – musste jedoch zwischendurch immer wieder bei ihren eigenen Schülerinnen nachschauen, wie genau man die Lötstelle sauber hinbekommt. Das sorgte für einige amüsierte Momente und lockere Gespräche zwischen den beiden Gruppen. Weiter ging es mit einer Einführung in das allseits beliebte und an der HTL intensiv geübte Feilen. Die Schülerinnen der BAfEP staunten nicht schlecht, mit welcher Präzision und Geduld Kunststoffstücke in die gewünschte Form gebracht werden können. Viele probierten es selbst aus und merkten schnell, dass Feilen weit mehr Konzentration und Feingefühl erfordert, als man auf den ersten Blick denkt. Ein weiteres Highlight waren die verschiedenen Messungen, die durchgeführt wurden – unter anderem auch Messungen an der Haut (z. B. Hautwiderstand, Temperatur oder Leitfähigkeit), wie sie in der Biomedizintechnik relevant sind. Die Mädchen konnten hier selbst mit Multimetern und Sensoren arbeiten und bekamen einen Eindruck davon, wie technische Messmethoden auch in medizinischen oder pflegerischen Kontexten Anwendung finden. Die Veranstaltung verlief in einer sehr lockeren, offenen und neugierigen Atmosphäre. Die Gastgeber der HTL zeigten sich als geduldige und kompetente „Lehrkräfte auf Zeit“, während die Gäste mit viel Eifer und Begeisterung bei der Sache waren. Gegen Mittag fand der Besuch schließlich mit einem durchwegs positiven Echo seinen Abschluss. Viele Mädchen äußerten hinterher, dass sie die technischen Tätigkeiten viel spannender fanden, als sie erwartet hatten – und einige meinten sogar scherzhaft, dass sie jetzt vielleicht doch einmal über eine technische Zusatzausbildung nachdenken könnten. Insgesamt war es für beide Seiten eine äußerst bereichernde Erfahrung. Gerade weil die Ausbildungsschwerpunkte an den beiden Schulen so unterschiedlich sind – hier die Welt der frühkindlichen Pädagogik und sozialen Berufe, dort die Welt der Technik, Elektronik und Präzision –, entstand ein spannender Austausch. Die Veranstaltung zeigte einmal mehr, wie wertvoll es ist, über den Tellerrand der eigenen Ausbildung hinauszublicken und voneinander zu lernen. Solche Begegnungen fördern nicht nur das Verständnis für andere Berufsfelder, sondern schaffen auch wertvolle Kontakte und vielleicht sogar die eine oder andere neue berufliche Perspektive. Ein rundum gelungener Vormittag, der sicher in guter Erinnerung bleiben wird.
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