Studienfahrt Auschwitz: ein Lehrer/innen-Seminar, das nachwirkt

Auf Initiative und finanziert vom Österreichischen Auslandsdienst OeAD und dem Nationalfonds der Republik Österreich für Opfer des Nationalsozialismus fand von 24. bis 27.9.2026 eine Exkursion an die Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau statt, an der Mag. Gerda Wobik als eine von 30 Lehrpersonen aus ganz Österreich teilnehmen durfte.

Das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau wurde 1941 von den Nationalsozialisten auf dem Gebiet des heutigen Südpolen in Betrieb genommen und am 27. Jänner 1945 von der vorrückenden Roten Armee befreit. In dieser Zeit galt es als größtes Konzentrationslager des Deutschen Reiches, in etwa 1,3 Millionen Menschen wurden dorthin deportiert. Zirka 1,1 Millionen Menschen wurden getötet, vor allem Jüdinnen und Juden, (polnische) politische Gefangene, Roma und Sinti, sowjetische Kriegsgefangene sowie weitere verfolgte Gruppen, und zwar in den Gaskammern, durch medizinische Experimente, Zwangsarbeit, unhygienische Bedingungen, Erfrieren, Verhungern, Folter, Exekutionen und so weiter. Bereits 1947 wurde das Areal von Überlebenden als Gedenkstätte begründet, seit 1979 gilt es als UNESCO-Weltkulturerbe.

Das Programm der Studienfahrt begann mit einer Führung durch Oświęcim auf den Spuren jüdischen Lebens. Am zweiten Tag besuchten wir das Stammlager Auschwitz I, lernten das dortige Studienzentrum und dessen Angebote für Jugendliche kennen und belegten selbst einige der Workshops. Am Samstag besichtigten wir mehrere Stunden lang das Nebenlager Auschwitz II-Birkenau, den Nachmittag widmeten wir der Erkundung der 2021 neu gestalteten österreichischen Länderausstellung. Im Laufe der Exkursion fanden immer wieder Reflexionsgespräche und Arbeitseinheiten für die Lehrer/innen-Gruppe statt.

Ein unvergessliches Erlebnis stellte die Begegnung mit der Zeitzeugin Eva Umlauf dar, einer der letzten Überlebenden von Auschwitz und Präsidentin des Internatioonal Auschwitz Committee, die 1942 in einem slowakischen Arbeitslager geboren worden und mit nicht einmal zwei Jahren in Auschwitz befreit worden ist. Berührend und einprägsam machte die in München lebende 83-jährige Psychotherapeutin klar, warum man mit Jugendlichen die Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau besuchen sollte: „Sie sollen keine Schuldgefühle haben, darum geht es nicht, aber die Jugend kann bewirken, dass die Verantwortung übernommen wird, dass Auschwitz nie wieder passiert.“

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